Unser Garten

Der Garten von Rosa und Gerhard Obermayr

Wollziest (Stachys byzantina)

Wer hat hier mehr Haare? Eine Hummel auf dem Eselsohr.

Kindern gefällt diese Pflanze meist besonders gut. Die behaarten Blätter fühlen sich wie weiches Fell an, und ihre Form erinnert unweigerlich an lange Ohren. Hasen, Kaninchen und sogar Esel müssen als Vergleiche herhalten.

Der Wollziest wird deshalb auch als Hasenohr oder Eselsohr bezeichnet. Er ist in Vorderasien beheimatet, daher auch der lateinische Name S. byzantina. Vom Grün der Blätter ist bei dieser wolligen Pflanze nicht viel zu sehen. Sie schimmern silbrig oder auch weiß, wenn die Sommersonne im Zenit steht. Nach einem Regenguß wirkt der Ziest allerdings wie ein begossener Pudel: die Haare sind verklebt und naß und lassen die darunterliegende "Haut" erkennen. Je älter und größer die länglichen Blätter werden, desto kahler und damit grüner sehen sie aus. Die jungen Blätter aber oder die Tragblätter an den Blütenständen gleichen filzigen, weißen Wattebäuschen. Und selbst die kleinen, purpurfarbenen Lippenblüten scheinen umsponnen und umgarnt zu sein in einem klebrigen Gewirr aus Fäden. Es sieht beinahe so aus, als müßten sich die Blütenknospen erst einmal durch das dichte Gespinst ans Licht kämpfen.

Diese äußerst robuste Staude ist für nahezu alle Anwendungsbereiche im Garten geeignet: im Steingarten, auf der Rabatte, als Wegeinfassung und besonders als schnellwachsender Bodendecker. Der Standort sollte sonnig-trocken und der Boden durchlässig sein. Sonst stellt Stachys keine Ansprüche. Halbschatten wird gut toleriert.

Für Pflanzen, die unter hoher Sonneneinstrahlung und extremer Trockenheit wachsen, ist eine solch dicke Behaarung eine Möglichkeit zum Überleben. Sie reflektiert das Licht und schützt gleichzeitig vor zu großer Verdunstung. Deshalb ist der Wollziest auch im Garten auf jenen Plätzen am schönsten, die seinem natürlichen Standort im Kaukasus-Gebirge am ehesten entsprechen.

Die Blüte, die von Juli bis September ausgebildet wird, ist eher unerheblich. Die eigentliche Zierwirkung wird durch das Laub hervorgerufen.

Wie schon erwähnt, wächst der Wollziest sehr schnell. Steht er in Gesellschaft mit anderen Stauden, muß seine Größe jährlich reduziert werden. Das natürliche Vorkommen der Pflanze ist im Kaukasus bis Persien.

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