Unser Garten

Der Garten von Rosa und Gerhard Obermayr

Mauretanische Malve (Malva sylvestris ssp. mauritania)

Die Mauretanische Malve ist eine verbreitete Gartenform der Malve. Sie hat größere Blüten als die wilde Malve, ist in der Farbe eher bläulich violett. Der Name Malve leitet sich vom Griechischen ab, von malakos. Das heißt weich und verweist auf die erweichenden Eigenschaften der Pflanze. Die Blüten der Malve enthalten Schleimstoffe, ätherisches Öl und Gerbstoffe. Ihr Aufguss wirkt entzündungshemmend, schleimlösend und adstringierend. Malventee ist nicht nur ein beliebter "Hustentee", er hat auch einen guten Ruf als unterstützendes Mittel bei Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren, bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen und Bronchitis. In der Volksmedizin werden Abszesse und Furunkel durch Umschläge mit Malventee bekämpft. Bei Insektenstichen sind feuchte Kompressen mit Malventee eine rasch wirkende Erste Hilfe, die das Entstehen der juckenden Schwellungen verhindern. Die Malve wird im April direkt ins Beet gesät. Schon nach kurzer Zeit zeigen sich mehrere rauhaarige Stängel, die dann bis zu einem Meter heranwachsen können. Oft entwickeln sich Riesenexemplare von beinahe zwei Meter Höhe, die sehr dekorativ sind und entsprechend viel Platz brauchen. Malven sind eine umschwärmte Bienenweide und tragen viel zur Harmonie eines naturnahen Gartens bei.

 

Auffallend an allen Malven sind die filigranen, großen Blüten mit Farbnuancen von weiß über rosa nach violett. Medizinisch ist in allen Pflanzenteilen der Gehalt an schleimbildenden Substanzen (z.B. bei Magenreizungen) bedeutsam. Siehe auch Eibisch und Schwarze Stockrose. Die Malve braucht kräftigen, gut mit Kompost versorgten Boden und viel Sonne. Vor zuviel Feuchtigkeit sollte man sie bewahren, weil sie sonst leicht vom Rostpilz befallen wird. Durch Gießen mit Schachtelhalmjauche kann man diesen Pilz zwar zum Verschwinden bringen. Die Blüten von befallenen Pflanzen sollte man jedoch nicht für den Tee verwenden. Die Blüten werden zwischen Mitte Juli und Anfang September geerntet, sobald sie sich voll entfaltet haben. Sie werden im Schatten getrocknet und licht- und luftgeschützt gelagert. Teezubereitung: Die Malvenblüten sind im getrockneten Zustand sehr fein und sollten deshalb nur mit schwach siedendem, nicht mit kochendem Wasser aufgegossen werden und 10 Minuten ziehen gelassen.

 

Die Wilde Malve wächst in den wärmeren Zonen Europas und Asiens und bevorzugt trockene, kalkhaltige und stickstoffreiche Böden. Je nach Form können die Blüten rosa bis intensiv violett gefärbt sein. Verwendet werden die zu Anfang (Ende Juni bis Anfang Juli) der Ende der Blütezeit (Oktober) gesammelten und sorgfältig getrockneten Blüten oder die Juni bis Anfang September gesammelten Blätter.

Blätter und Blüten enthalten Schleimstoffe, die reizlindernd wirken, und werden bei Schleimhautreizungen im Mund und Rachenraum und damit verbundenen trockenen Reizhusten verwendet.

Malvenblüten oder –blätter wirken nicht schleimlösend. Bei verschleimten Atemwegen ist daher die Anwendung anderer Mittel angebracht (s. Hinweise).

Der im Lebensmittelhandel erhältliche "Malventee" bezeichnet nicht die Blüten der Wilden Malve, sondern meist Hibiskusblüten!

Malvenblätter oder –blüten sind in einigen Hustentees enthalten.

Copyright © 2000 - 2018 Rosa & Gerhard Obermayr | hosted by DIAKONESIS | powered by TYPO3