Unser Garten

Der Garten von Rosa und Gerhard Obermayr

Waldmeister (Asperula odorata, Galium odoratum)

Waldmeister ist eine einheimische Pflanze kalkreicher Buchen- und Hainbuchenwälder, wo der Waldmeister große Bestände bilden kann. Seit dem 9. Jahrhundert kultivierten die Benediktiner den Waldmeister. Er diente zur Parfümierung der Wäsche und wurde in Kräuterkissen gelegt.

Waldmeister wurde zur Leberaktivierung verwendet und ist reich an Vitamin C. Beim Welken entwickelt sich der typische Waldmeistergeruch, der auf Cumarin zurückzuführen ist. Cumarin ist giftig und kann bei empfindlichen Menschen schon in geringer Dosis zu Kopfschmerzen führen, es steht auch in dem Verdacht, krebserregend zu sein.

Eine klassische Anwendung des Waldmeisters ist die Maibowle, die erstmals 854 durch die Benediktiner erwähnt wurde. Waldmeister sollte nur rund 20 Minuten in den Wein für die Bowle eingelegt werden, da sonst durch das Cumarin Kopfschmerzen ausgelöst werden können. Durch das Einlegen in Milch wurde Pudding mit Waldmeister-Aroma hergestellt. Dieses Aroma wird in der Lebensmittelindustrie vielfältig eingesetzt.

Waldmeister ist am einfachsten aus Stecklingen heranzuziehen und entfaltet sich am besten unter schattenspendenden Gehölzen auf einem humusreichen, feuchten Boden. Da Waldmeister über die Ausläufer stark wuchert, eignet er sich besonders als Bodendecker. Die Triebe sollten vor der Blüte geerntet werden, da sonst der Cumaringehalt zu hoch ist.

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