Unser Garten

Der Garten von Rosa und Gerhard Obermayr

Baumchili (Capsicum pubescens)

Rocoto Rojo (roter Rocoto): rote, runde Früchte

Rocoto ist der gebräuchliche Name aller zur Hauptgruppe Capsicum pubescens gehörigen Chili Peppers; sie zeichnen sich durch Mehrjährigkeit und Winterhärte aus und wurden in Südamerika vermutlich schon vor mehr als 8000 Jahren gezüchtet. In den Anden wachsen diese Peppers im Hochgebirge, wo die strauchartigen Pflanzen eine Höhe von 2 m und mehr und einen Stamm-Durchmesser über 15 cm erreichen können. Die Blätter sind hell- bis dunkelgrün und - im Gegensatz zu Peppers der anderen Hauptgruppen - deutlich behaart. Die Blüten sind am Rand violett, innen weiß. Die Früchte mit bis zu 7 cm Länge und 4 cm Durchmesser sind rund bis birnenförmig; eine Variante heißt daher auch Chile Perón ("Birnen-Chili"), eine andere Chile Manzano ("Apfel-Chili"). Die reifen Früchte sind gelb, rot oder braun und recht scharf.

Rocoto-Chilis haben einen fruchtigen Geschmack mit einer arttypischen tropischen Note. Da die Schoten recht dickfleischig sind, werden sie in ihrer südamerikanischen Heimat meist frisch verwendet, zum Beispiel klein gehackt in Salsas, Soßen, für das Fischgericht "Ceviche" oder im ganzen mit Käse gefüllt und gegart ("Rocoto Rellenos"). Sofern man diese eher seltene Art in die Hände bekommt, läßt sie sich auch gut einfrieren. In Peru hält man Rocoto für besonders bekömmlich, da speziell die Schärfe von Rocoto nur auf die Geschmackszellen wirke, jedoch nicht den Verdauungstrakt. Trotzdem haben diese scharfen Peppers in Südamerika den Spitznamen "Gringo-Killer".

Die Schärfe unserer Sorte ist ca. 8-9

Die Blüte unseres Baumchilis. Schön zu sehen auch die Behaarung der Blätter.

Sorten der Gruppe Capsicum pubescens sollen - im Gegensatz zu Chilis aller anderen Gruppen - winterhart bis -5 °C sein und auch leichte Nacht-Fröste überstehen. Sie können sogar als Spalierpflanze gezogen und zurückgeschnitten werden. Da Rocoto in ihrem Ursprungsgebiet fast ausschließlich im Hochgebirge angebaut wird, ist es immer ein wenig ein Glücksspiel wie diese Gattung bei uns im Flachland gedeiht. Einen Versuch ist es allemal wert.

(Text auszugsweise von Pepperworld Hot Shop)

Die genauen Artbezeichnungen weichen oft von den tatsächlichen Ursprüngen ab, grundsätzlich sollten bei Rocoto folgende Bezeichnungen gültig sein:

  • Chile de Seda: gelbe, längliche Früchte
  • Rocoto Canario (Kanarienfarbiger Rocoto): gelbe, runde Früchte
  • Rocoto Manzano (Apfelrocoto): rote oder orange, runde Früchte
  • Rocoto Peron (Birnenrocoto): rote, längliche Früchte
  • Rocoto Rojo (roter Rocoto): rote, runde Früchte

Andere Sortenbezeichnungen, die sich oft finden lassen, aber meist einer der oben genannten Gruppen zugeordnet werden können, sind unter anderem: Rocoto Aji, Rocoto Amarillo, Rocoto Caballo (Pferdechili). Ebenfalls ist es gerade in Hobbygärtnerkreisen üblich, eigene Namen zu vergeben, die auf den Ursprung (das Land oder teilweise auch die Stadt) der Samen hindeuten, zum Beispiel Rocoto Peru, Rocoto Bolivia, Rocoto Mexico. 

Schön zu sehen die ausladenden Äste unseres Baumchili, sowie die reifen und unreifen Früchte.

Unsere Sorte bildet ausladende Sträucher mit über 120cm Durchmesser. Es empfielt sich daher, die Triebe mittels Stock an die Mitte der Pflanze zu "fesseln". Wir haben unsere Baumchilis ausschließlich in Töpfe (10l-Kübel) gepflanzt, dadurch sind sie leicht transportierbar. Ein Exemplar lassen wir überwintern, nach zurückschneiden treibt er prächtig aus, der Ertrag ist jedoch auch nicht höher als bei frisch ausgesähten Pflanzen. Die ganze Pflanze wird jedoch sperriger, eine Überwinterung lohnt sich also bei uns nicht, es ist lediglich ein Versuch!

Der Samen der Sorte ist Schwarz und recht gross.

Unser Topf-Trick: Schwarze Baukübel (10 Liter) aus Gummi, ziegelrot lackiert, ein paar Löcher in den Boden gebohrt - fertig. Die billigste Pflanzmöglichkeit in dieser Größe und sehr robust!

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