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Der Garten von Rosa und Gerhard Obermayr

Zauneidechse ( Lacerta agilis Linnaeus)

Die zur Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae) gehörende Zauneidechse (Lacerta agilis) stellt neben der Bergeidechse die in Österreich häufigste und am weitesten verbreiteste Eidechsenart dar. Sie besiedelt die Großlandschaften aller Bundesländer mit Ausnahme der hochalpinen Lagen.
Ihr deutscher Name lässt sich durch ihre Vorliebe für Grenzstrukturen erklären, welche oftmals einen höheren Strukturreichtum als die Umgebung aufweisen. Der wissenschaftliche Name ist von lat. Lacerta = Eidechse und lat. agilis = flink, beweglich, abgeleitet.

Auch wenn die Art hinsichtlich ihrer Habitatwahl weniger anspruchsvoll ist als die nah verwandte Smaragdeidechse, benötigt sie doch einen reichhaltig strukturierten Lebensraum. Da dieser in der Kulturlandschaft selten geworden ist und Biozideinsatz in der intensiven Landwirtschaft sowie frei laufende Katzen im Siedlungsbereich diese Eidechsenart dezimieren, ist vielerorts ein Rückgang der Bestände zu verzeichnen.

Das große Gesamtareal wird von der Zauneidechse in mehreren Unterarten besiedelt und reicht von Schweden, Finnland und dem südlichen Großbritannien im Norden bis Nordgriechenland und zum Kaukasus im Süden und von den Pyrenäen im Westen bis nach Nordwestchina im Osten. Ihr Vorkommen deckt sich größtenteils mit dem der Bergeidechse.

Diese kräftig gebaute Eidechsenart weist einen großen, hohen, kurz- und rundschnäuzigen Kopf auf. Ihr Körperbau ist vergleichsweise plump und gedrungen. Der Körper ist nicht abgeflacht. Die Iris der Augen ist rot bis golden-gelblich gefärbt. Die Beine sind kurz, der relativ dicke, sich langsam verjüngende Schwanz ist ca. eineinhalb mal so lang wie die Kopf-Rumpf-Länge und hat keine lang ausgezogene Spitze. Bei gleicher Kopf-Rumpf-Länge weisen die Männchen größere Kopflängen, die Weibchen größere Rumpflängen auf. Eine Gesamtlänge von 22 cm wird selten überschritten, wobei allerdings bereits 18-20 cm lange Tiere als sehr groß zu bezeichnen sind.

Adulte Männchen zeigen besonders zur Paarungszeit (Ende April bis Mitte Juni) grüne Körperseiten und eine grüne Kehlregion, meist haben auch die Vorderbeine eine grüne Färbung. Die Kopfplatte ist dunkel, Rückenmitte und Schwanz haben eine braune Grundfarbe, auf der dunkle Flecken mit hellen Augenpunkten und helle Längsstreifen ein beinahe geometrisches Muster ergeben. Die Bauchseite der Männchen ist hellgrün und schwarz gefleckt, die Hinterbeine und der Schwanz sind bräunlich. Das oberseits und an den Flanken hellgrau, gelbbraun oder braun gefärbte Weibchen weist eine ähnlich kontrastreiche Zeichnung wie das Männchen auf, seine Bauchseite ist cremeweiß oder gelb und meist fleckenlos. Jungtiere haben eine auffällige Jugendzeichnung mit zwei bis drei Reihen weißer Augenflecken an den Flanken, die Unterseite ist cremefarben bis hellgelb. Eine Färbungsvariante mit einem einfärbig rotbraunen Rückenband (Erythronotus-Form) kann auftreten. Sehr selten können Männchen mit grüner Oberseite oder mit bläulichen Kehlen gesichtet werden (Verwechslungsmöglichkeit mit der Smaragdeidechse).

Aufgrund ihrer Fleckenzeichnung und des hohen Braunanteils ihrer Färbung werden subadulte Smaragdeidechsen (Lacerta viridis) in den (seltenen) syntopen Vorkommensgebieten des öfteren mit Zauneidechsen verwechselt.

Ohne Copu keine Popu - auch Zauneidechsen müssen sich vermehren!

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