Unser Garten

Der Garten von Rosa und Gerhard Obermayr

Gemeine Streifenwanze (Graphosoma lineatum)

Dieses wunderhübsche Insekt ist giftig und ungenießbar. Selbst Frosch, Kröte und Vogel, die selten mal nein sagen zu so einem knackigen Insekt, spucken diese Wanze angewidert wieder aus. Sie schmeckt einfach abscheulich und dies signalisieren schon, wie so häufig in der Natur, die farbintensiven Streifen.

Ab Ende Mai kann man - meist auf Doldenblütlern - die auffällig rot-schwarz gefärbte Streifenwanze entdecken. Die Streifen verlaufen über den schmalen Kopf, den breit anschließenden Halsschild und das den Rücken bedeckende "Schildchen". Das Schildchen war ursprünglich und ist auch heute noch bei den meisten Wanzenfamilien ein kleines Dreieck zwischen den Flügelansätzen. Bei einigen Wanzenfamilien, wie z.B. den Baumwanzen - der Familie, der die Streifenwanze angehört - hat es sich jedoch im Verlauf der Evolution stark vergrößert und bedeckt fast die gesamten Flügel bis zum Hinterleibsende. Wegen dieser starken Panzerung werden Baumwanzen fälschlicherweise gelegentlich für Käfer gehalten.

Die aufgebogenen Seitenränder (Connexiven) des Hinterleibs sind bei der Gemeinen Streifenwanze quer zum Schildchen gestreift und bilden dadurch einen auffälligen und abgesetzten Rand.

Ab Mai, wenn der Wiesenkerbel blüht, finden Sie die 8-12 mm große Gemeine Streifenwanze (Graphosoma lineatum) auf den Doldenblütlern. Besonders beliebt ist die Wilde Möhre, die etwa einen Monat später kommt. Auf ihr kann man die Wanze manchmal massenhaft finden. Die Gemeine Streifenwanze ist auf das Saugen von Pflanzensäften bei Doldenblütlern spezialisiert.

Während die Farbe der Wanze im Frühsommer kräftig rot, fast purpurfarben ist, lässt die Farbintensität zum Hochsommer hin nach und sie wird orange-rot.

Lebensraum: Die verschiedenen Wanzenarten besiedeln eine große Zahl unterschiedlichster Biotope. So sind sie nicht nur auf Magerrasen anzutreffen, sondern leben u. a. auch in Tümpeln und Weihern. Sogar bis in die menschlichen Wohnräume sind sie vorgedrungen und können dort zu unliebsamen Parasiten werden. Von der Streifenwanze hat der Mensch allerdings nichts zu befürchten. Sie bevorzugt als Lebensraum warme und sonnige Flächen. Hier ist die Art oft recht häufig auf Doldenblütlern anzutreffen. Die Wanze scheint zur Zeit in ihrem Bestand noch nicht gefährdet zu sein.

Beschreibung: Die Streifenwanze erreicht eine Größe von 8 bis 12 mm. Typisch für die Art sind die roten und schwarzen Streifen auf Kopf und Rücken. Charakteristisch für fast alle Wanzen ist die Ausbildung der Vorderflügel. Die Flügel bestehen nämlich aus einem derben vorderen Teil und einem weichen durchsichtigen hinteren Abschnitt. Die Wanzen heißen deshalb mit wissenschaftlichen Namen auch Heteroptera (Verschiedenflügler; von heteros = verschieden und pteron = Flügel).

Bemerkenswertes: Bei dem Wort Wanzen denken viele Menschen unwillkürlich an die Bettwanzen. Diese bilden unter den Wanzen aber nur eine kleine Gruppe, die auch noch relativ stark von der typischen Gestalt dieser Insekten abweicht. So besitzen sie keine Hinterflügel und die vorderen sind auch noch erheblich reduziert. Die Plagegeister sind auch für den schlechten Ruf dieser hoch interessanten Tiergruppe verantwortlich. Im Gegensatz zu den Schmetterlingen fehlt in der Entwicklung der Wanzen vom Ei zum erwachsenen Tier das Puppenstadium (siehe Schachbrettfalter). Die einzelnen Jugendstadien werden vielmehr im Laufe ihrer Entwicklung der erwachsenen Wanze immer ähnlicher. Ein weiteres Charakteristikum sind Duft- oder Stinkdrüsen, die giftige Sekrete absondern. Manche Arten können diese Gifte einem Angreifer sogar gezielt entgegenspritzen.

Eine nah verwandte, mit 10-13 mm etwas größere Art ist die Fleckige Streifenwanze (Graphosoma semipunctatum). Sie unterscheidet sich durch ihren gefleckten Halsschild, zudem sind die Ränder am Hinterleib (Connexiven) nicht quer, sondern längs gestreift.

Sowohl die Gemeine als auch die Fleckige Streifenwanze stammen aus dem Mittelmeergebiet. Die Gemeine Streifenwanze konnte sich nach Norden ausbreiten und ist bei uns heimisch geworden, während die fleckige Streifenwanze auf die mediterranen Regionen begrenzt bleibt.

Copyright © 2000 - 2018 Rosa & Gerhard Obermayr | hosted by DIAKONESIS | powered by TYPO3