Der lateinische Name der Schwärmerfamilie ist "Sphingidae", und der Gattungsname des Ligusterschwärmers "Sphinx ligustri". Übersetzt haben wir es hier also mit der Familie der "Sphinxen" zu tun. Der Name rührt von der eigentümlichen Stellung her, die die Raupen dieser Schmetterlinge einnehmen, wenn sie sich bedroht fühlen und einen Feind einschüchtern wollen.
Die Familie der Schwärmer spielt eine besondere Rolle unter den Nachtfaltern. Es sind meist sehr große Falter mit dickem Körper, die oft kolibriartig im Schwirrflug vor Blüten stehend beobachtet werden.
Der sehr selten gewordene Ligusterschwärmer war noch vor einigen Jahrenzehnten ein ständiger Bewohner unserer Landschaft. Mit etwa 10 cm Flügelspannweite ist er einer unserer größten Nachtfalter. Bisweilen sah man früher seine bis 11 cm lange Raupe auf ungeschnittenen Ligusterhecken, gut getarnt durch ihre grüne Färbung mit violettweisser Streifung.
Wenn man geeignete Pflanzen (Geißblatt, Nachtkerzen, Seifenkraut, Phlox, ...) im Garten hat, bekommt man sie am ehesten zu Gesicht.
Häufiger als die Falter findet man die großen Raupen, die meist am Körperende eine Art Stachel (völlig ungefährlich!) haben. Die Raupe ist wegen des "Horns" sofort als Schwärmerraupe erkennbar - das beste Unterscheidungsmerkmal sind die weiß/pinken Streifen.
Durch ihr schnelles Flügelschlagen können die Schwärmer vor den Blüten "stehen" und mit ihrem langen Rüssel im Flug Nektar aufnehmen, ohne sich auf die Blüte setzen zu müssen.
In Ruhestellung halten sie die Flügel dachartig übereinandergelegt. Häufig sind die Vorderflügel in Braun- oder Grautönen gehalten und lösen die Struktur der Tiere optisch vor ihrem Hintergrund auf. Dadurch werden sie von uns tagsüber so gut wie nie entdeckt, und auch für ihre Fressfeinde sind sie nur schwer zu finden. Wenn die Falter beunruhigt werden, breiten sie die Flügel aus und zeigen ihre meist auffällig bunt gefärbten Hinterflügel. Dies soll der Warnung an den Feind dienen.
Am ehesten wird der Falter mit dem Windenschwärmer verwechselt, der jedoch keine schwarze Kopffärbung aufweist.

